Lidocain und Benzocain betäuben beide örtlich und für eine begrenzte Zeit die Schmerzleitung in der Haut. Trotzdem sind sie keine austauschbaren Varianten desselben Wirkstoffs. Sie gehören zu zwei verschiedenen chemischen Familien, werden im Körper auf unterschiedlichen Wegen abgebaut und unterscheiden sich beim Allergierisiko deutlich. Für Tattoo, Permanent Make-up und Laserbehandlungen auf größeren Hautflächen ist Lidocain meist die naheliegendere Wahl. Benzocain hat seine Stärken eher an Schleimhäuten und auf kleinen Flächen. Hier lesen Sie, worin die Unterschiede genau liegen, welche Risiken Sie kennen sollten und woran Sie im Studio oder zu Hause die passende Entscheidung festmachen.
Kurz gesagt
- Zwei Familien: Lidocain gehört zum Amid-Typ, Benzocain zum Ester-Typ. Daraus folgen Unterschiede bei Abbau und Allergierisiko.
- Allergien: Benzocain löst häufiger allergische Reaktionen aus als Lidocain. Wer schon einmal auf ein Ester-Lokalanästhetikum reagiert hat, sollte das vor jeder Sitzung ansprechen.
- Haut zählt mehr als der Wirkstoff: Verletzte Haut, große Flächen, wiederholtes Auftragen und luftdichtes Abdecken erhöhen die Aufnahme ins Blut, egal bei welchem Wirkstoff.
- Mehr ist nicht besser: Unkontrolliert hohe Lidocain-Konzentrationen können lebensgefährliche Nebenwirkungen auslösen. Halten Sie sich an Herstellerangaben zu Menge, Fläche und Einwirkzeit.
- Für Tattoo und PMU setzen wir auf Cremes, Sprays und Gele mit klarer Anleitung, damit Wirkung und Sicherheit planbar bleiben.
Inhaltsverzeichnis
- Zwei Wirkstoffe, zwei chemische Familien
- Wirkungseintritt, Stärke und Dauer auf der Haut
- Lidocain und Benzocain im direkten Vergleich
- Nebenwirkungen und Warnzeichen
- Rechtlicher Status in Deutschland
- Intakte Haut oder frisch gestochene Haut
- So treffen Sie die Wahl für Ihre Anwendung
- Unsere Sicht aus der Praxis
- Passende Produkte für Ihre nächste Sitzung
- Häufige Fragen
- Quellen
Zwei Wirkstoffe, zwei chemische Familien
Alle Lokalanästhetika arbeiten nach demselben Grundprinzip: Sie blockieren vorübergehend die Weiterleitung von Schmerzsignalen in den Nervenfasern an der Stelle, an der sie wirken. Die Fachliteratur beschreibt das als reversible, örtlich begrenzte Ausschaltung des Schmerzempfindens. Danach kehrt das Gefühl vollständig zurück.
Der entscheidende Unterschied steckt in der Zwischenkette des Moleküls. Lidocain besitzt eine Säureamid-Bindung, Benzocain eine Ester-Bindung. Deshalb spricht man vom Amid-Typ und vom Ester-Typ. Das klingt nach Chemieunterricht, hat aber zwei sehr praktische Folgen:
- Der Abbau im Körper verläuft anders. Benzocain wird durch Enzyme namens Esterasen im Blutplasma und in der Leber gespalten. Amid-Lokalanästhetika wie Lidocain werden dagegen über die Leber verstoffwechselt.
- Das Allergierisiko ist unterschiedlich. Beim Abbau von Ester-Lokalanästhetika entstehen Stoffe, auf die manche Menschen empfindlich reagieren. Benzocain gilt deshalb als der Wirkstoff mit dem höheren allergenen Potenzial, während Lidocain deutlich seltener Allergien auslöst.
Ein weiterer Unterschied: Benzocain ist ein neutrales Molekül, das sich nicht ionisiert. Viele andere Lokalanästhetika verlieren in entzündetem, saurem Gewebe an Wirkung, Benzocain ist davon nicht betroffen. Für die Tattoo-Praxis spielt das selten eine Rolle, denn auf entzündeter Haut wird ohnehin nicht tätowiert.
Wirkungseintritt, Stärke und Dauer auf der Haut
Wer nach dem Vergleich sucht, will meist wissen: Welcher Wirkstoff wirkt schneller, stärker und länger? Die ehrliche Antwort lautet, dass das Produkt oft mehr ausmacht als der Wirkstoff allein. Konzentration, Grundlage (Creme, Gel, Spray), Hautstelle, Hautdicke und ob die Fläche abgedeckt wird, verändern das Ergebnis stark.
Trotzdem lassen sich typische Profile beschreiben:
- Benzocain ist schlecht wasserlöslich und bleibt eher an der Oberfläche. In Deutschland kennt man es vor allem aus Präparaten für Mund und Rachen, etwa aus Lutschtabletten oder Gelen bei Zahnfleischbeschwerden. Auf Schleimhaut wirkt es oberflächlich und eher kurz. Auf intakter, verhornter Haut dringt es weniger tief ein.
- Lidocain ist der Standardwirkstoff in vielen Betäubungscremes für die Haut. Auf intakter Haut braucht eine Lidocain-Creme eine gewisse Einwirkzeit, damit der Wirkstoff durch die Hornschicht gelangt. Danach hält die Betäubung je nach Präparat und Hautstelle eine Weile an und lässt dann allmählich nach.
Für eine Tattoo-Sitzung heißt das: Entscheidend ist nicht, welcher Stoff im Labor schneller wirkt, sondern ob die Wirkung zum Zeitplan der Sitzung passt. Wie Sie Einwirkzeit und Sitzungsdauer aufeinander abstimmen, erklären wir ausführlich im Beitrag zur Wirkdauer von Betäubungscreme. Bei längeren Sessions ist es sinnvoll, mit der Tätowiererin oder dem Tätowierer vorher zu besprechen, welche Bereiche zuerst gestochen werden, solange die Betäubung am stärksten ist.
Lidocain und Benzocain im direkten Vergleich
| Merkmal | Lidocain | Benzocain |
|---|---|---|
| Chemische Familie | Amid-Typ | Ester-Typ |
| Abbau im Körper | über die Leber | durch Esterasen in Blutplasma und Leber |
| Allergierisiko | deutlich seltener | höher, Reaktionen meist örtlich begrenzt |
| Typische Darreichung | Cremes, Gele, Sprays für die Haut | Lutschtabletten, Mundgele, Sprays für Schleimhaut |
| Wirkung in entzündetem Gewebe | kann abgeschwächt sein | nicht abgeschwächt |
| Verschreibung in Deutschland für topische Anwendung | nicht nötig, ohne gefäßverengende Zusätze | nicht nötig, ohne gefäßverengende Zusätze |
| Erlaubt in Kosmetika | nein | nein |
| Eignung für größere Hautflächen bei Tattoo und PMU | gängige Wahl | eher kleine Flächen |
Die Tabelle zeigt: Für die Haut bei Tattoo und Permanent Make-up spricht das niedrigere Allergierisiko klar für Lidocain. Benzocain bleibt eine Option für kleine, oberflächliche Anwendungen, nicht aber die erste Wahl für eine mehrstündige Sitzung am Oberarm.
Nebenwirkungen und Warnzeichen
Beide Wirkstoffe gelten bei richtiger Anwendung auf kleinen Flächen als gut verträglich. Probleme entstehen fast immer dann, wenn zu viel Wirkstoff ins Blut gelangt oder wenn jemand allergisch reagiert.
Örtliche Reaktionen
Rötung, leichtes Brennen, Blässe oder ein kurzzeitiges Kribbeln an der Auftragsstelle kommen vor und klingen meist von selbst ab. Bei Benzocain zeigen sich allergische Reaktionen zumeist örtlich begrenzt, etwa als juckender, nässender Ausschlag. Wer so etwas schon einmal nach einem Halsspray oder Mundgel erlebt hat, sollte Produkte mit Ester-Lokalanästhetika meiden und das im Studio sagen. Mehr zu typischen Reaktionen lesen Sie in unserem Beitrag über Nebenwirkungen von Betäubungscreme.
Systemische Nebenwirkungen
Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker hat ausdrücklich davor gewarnt, dass die unkontrollierte Anwendung hoher Konzentrationen, etwa 20-prozentiger Lidocainlösungen, zu lebensgefährlichen Nebenwirkungen führen kann: Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und Atemdepression. Dasselbe Papier nennt die Umstände, die das Risiko erhöhen: verletzte Haut, großflächige oder wiederholte Anwendung und das Abdecken unter Folie (Okklusion).
Eine seltene Sonderform ist die Methämoglobinämie, bei der das Blut weniger Sauerstoff transportiert. Sie ist als Nebenwirkung von Lidocain-Prilocain-Cremes beschrieben. Vor allem Prilocain und sein Abbauprodukt fördern sie, in geringerem Maß auch Lidocain. Ein Hinweis darauf können bläuliche Lippen oder Fingernägel, Kopfschmerzen und Kurzatmigkeit sein.
Wann Sie sofort handeln sollten
Wenn nach dem Auftragen Schwindel, Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag, Atemnot, Verwirrtheit, Krampfanfälle oder bläuliche Verfärbungen auftreten: Sitzung abbrechen, Creme gründlich abwaschen und den Notruf 112 wählen. Das Gesundheitsportal des Bundes rät bei schweren Symptomen oder im Notfall zur 112 und bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden zu ärztlicher Hilfe. Bei harmloseren, aber anhaltenden Hautreaktionen ist die Hausarztpraxis oder eine Hautärztin die richtige Anlaufstelle.
Rechtlicher Status in Deutschland
Zwei Regeln sind für Studios und Kundschaft wichtig:
Keine Kosmetik. Nach der deutschen Kosmetikverordnung dürfen kosmetische Mittel Lidocain, Benzocain, Pramocain und Tetracain nicht enthalten. Ein Produkt mit einem dieser Wirkstoffe kann also nicht legal als gewöhnliche Hautcreme oder Bodylotion vermarktet werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung begründet seine Vorsicht bei betäubenden Leave-on-Produkten unter anderem damit, dass sie Warnsignale der Haut wie Schmerz und Juckreiz unterdrücken und so natürliche Schutzreaktionen ausbleiben.
Ohne Rezept, aber mit Grenzen. Laut ABDA dürfen Lidocain, Benzocain und Procain für die topische Anwendung ohne Verschreibung abgegeben werden, allerdings nur ohne gefäßverengende Zusätze (Vasokonstringentien). Als sinnvolle Konzentrationen für topische Lösungen nennt die Arzneimittelkommission 1 bis 5 Prozent.
Was das für Sie bedeutet: Kaufen Sie Betäubungsprodukte nur dort, wo Herkunft und Zusammensetzung nachvollziehbar sind, und lesen Sie die Packungsangabe zu Wirkstoff und Konzentration. Wie Konzentrationen bei Tattoo-Cremes einzuordnen sind, erklären wir im Beitrag zur Lidocain-Konzentration beim Tattoo.
Intakte Haut oder frisch gestochene Haut
Beim Tätowieren gibt es zwei sehr unterschiedliche Situationen, und sie verlangen unterschiedliche Vorsicht.
Vor der Sitzung, auf intakter Haut: Hier wirkt die Hornschicht als Barriere. Der Wirkstoff gelangt langsam und in begrenzter Menge in die Haut. Eine Creme wird in dieser Phase aufgetragen, wirkt nach Anleitung ein und wird vor dem ersten Stich vollständig entfernt. Wie das Schritt für Schritt geht, steht in unserer Anleitung Betäubungscreme richtig auftragen.
Während der Sitzung, auf geöffneter Haut: Sobald die Nadel die Haut verletzt hat, fällt die Barriere weg. Die ABDA rät generell davon ab, Lokalanästhetika-Lösungen auf verletzte Haut aufzutragen, weil dort deutlich mehr Wirkstoff ins Blut gelangen kann. Produkte, die ausdrücklich für die Anwendung während der Sitzung gedacht sind, gehören deshalb nur in die Hände von Profis, sparsam, auf die gerade bearbeitete Fläche und exakt nach Herstellerangabe. Nie großflächig, nie mehrfach hintereinander ohne Pause.

Dazu kommen individuelle Faktoren. Bei empfindlichen Zonen wie Rippen, Innenarm oder Lippen beim PMU ist die Haut dünner. Hinweise dazu finden Sie im Ratgeber zu empfindlichen Körperstellen. Wer Diabetes hat, Herz- oder Lebererkrankungen hat, schwanger ist oder regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Anwendung vorher mit der Hausärztin oder in der Apotheke besprechen. Für Diabetes haben wir einen eigenen Beitrag zu Betäubungscreme bei Diabetikern geschrieben.
So treffen Sie die Wahl für Ihre Anwendung
Die Dermatologie-Leitlinie zu Präparationen für die Haut empfiehlt, die Auswahl vorrangig an pharmakodynamischen Kriterien auszurichten und dabei Grundlage und Akuität der Situation einzubeziehen. Übersetzt in die Studio-Praxis heißt das: Erst die Situation klären, dann das Produkt wählen. Diese Fragen helfen:
- Wie groß ist die Fläche? Ein kleines Fine-Line-Motiv am Handgelenk verträgt eine andere Menge als ein Rückenstück. Je größer die Fläche, desto wichtiger sind ein gut verträglicher Wirkstoff und strikte Mengenbegrenzung.
- Gab es früher Allergien? Hatte jemand schon einmal eine Reaktion auf ein Halsspray, Mundgel oder eine Betäubung beim Zahnarzt, ist ein Amid-Wirkstoff wie Lidocain meist die bessere Wahl. Im Zweifel klärt eine Allergologin, welche Substanzen vertragen werden.
- Ist die Haut intakt? Vor der Sitzung eignet sich eine Creme. Während der Sitzung, auf geöffneter Haut, kommen nur dafür vorgesehene Sprays oder Gele in Frage, sparsam und nach Anleitung.
- Wie lange dauert die Sitzung? Die Wirkung soll den schmerzhaftesten Teil abdecken. Planen Sie die Reihenfolge der Bereiche danach.
- Wie ist der Hautzustand? Bei Akne, Ekzemen, Sonnenbrand oder frischen Narben wird nicht betäubt und meist auch nicht tätowiert. Zu Akne lesen Sie mehr in unserem Beitrag zur Betäubungscreme bei Aknehaut.
- Wie oft wird betäubt? Wer über Monate viele Sitzungen plant, sollte die Risiken der Langzeitanwendung kennen.
Für die allermeisten Tattoo- und PMU-Situationen ergibt diese Abfrage: Lidocain-basierte Produkte auf intakter Haut vor der Sitzung, ergänzt durch ein geeignetes Spray oder Gel, das Profis während der Arbeit gezielt einsetzen.
Unsere Sicht aus der Praxis
Wir verkaufen seit Jahren Betäubungscremes, Sprays und Gele an Menschen, die sich tätowieren lassen, und an Studios und PMU-Spezialistinnen, die für ihre Kundschaft einkaufen. Die Frage „Lidocain oder Benzocain?“ hören wir oft, und unsere Antwort ist fast immer dieselbe: Der Wirkstoff ist wichtig, aber die Anwendung ist wichtiger.

Die meisten Probleme, von denen uns berichtet wird, entstehen nicht durch die Wahl des Stoffes, sondern durch zu viel Creme, zu lange Einwirkzeit, zu große Flächen oder Folie, die stundenlang drauf bleibt. Deshalb erklären wir die Anwendung unserer Produkte so genau und bieten verschiedene Wirkstärken an, damit nicht jede Sitzung mit dem stärksten Produkt beginnt. Unsere Cremes sind wasserbasiert, damit sie den Heilungsprozess des Tattoos nicht beeinträchtigen.
Unser Rat an Studios: Fragen Sie jede Kundin und jeden Kunden vor der Sitzung nach Allergien und Vorerkrankungen, dokumentieren Sie, welches Produkt in welcher Menge verwendet wurde, und behalten Sie Reaktionen während der Session im Blick. Unser Rat an alle, die sich tätowieren lassen: Sprechen Sie die Betäubung vorher mit dem Studio ab, statt heimlich eine Creme aufzutragen. Manche Tätowierer bevorzugen bestimmte Produkte, weil sie wissen, wie sich die Haut danach verhält. Welche Rolle das Zusammenspiel mit der Farbe spielt, haben wir im Beitrag über Wechselwirkungen mit Tätowierfarbe beschrieben.
— mamradkerky
Passende Produkte für Ihre nächste Sitzung
In unserem Shop finden Sie TKTX Betäubungscremes in verschiedenen Stärken, von der Roten TKTX 40 % bis zur Goldenen TKTX 80 % Premium. Für die Arbeit während der Sitzung gibt es das TKTX Betäubungsspray und das TKTX Betäubungsgel, jeweils ab 17,90 €. Für die Pflege danach bieten wir die Natürliche Tattoo Butter für 9,90 €. Wir garantieren 100 % Originalprodukte, liefern in 2 bis 3 Werktagen und versenden ab 49 € Bestellwert kostenlos. Wenn es eilig ist, können Sie für 3 € die bevorzugte Bestellbearbeitung dazubuchen.
Häufige Fragen
Ist Lidocain stärker als Benzocain?
Pauschal lässt sich das nicht sagen, denn Konzentration und Grundlage des Produkts entscheiden mit. Für die Haut ist Lidocain der gängigere Wirkstoff, weil es gut in Cremes funktioniert und seltener Allergien auslöst. Benzocain wirkt eher oberflächlich und wird vor allem auf Schleimhäuten eingesetzt.
Kann ich Lidocain nehmen, wenn ich auf Benzocain allergisch bin?
Oft ja, denn Lidocain gehört zur Amid-Familie und Benzocain zur Ester-Familie, Kreuzreaktionen zwischen beiden Gruppen sind selten. Eine Garantie ist das aber nicht. Lassen Sie nach einer bekannten Reaktion vor der ersten Anwendung in einer Allergologie-Praxis klären, welche Wirkstoffe Sie vertragen.
Darf ich Betäubungscreme auf frisch gestochene Haut auftragen?
Cremes für die Vorbereitung gehören auf intakte Haut und werden vor dem Stechen entfernt. Auf verletzter Haut gelangt deutlich mehr Wirkstoff ins Blut. Ob und welches Spray oder Gel während der Sitzung verwendet wird, entscheidet das Studio nach Herstellerangabe.
Brauche ich in Deutschland ein Rezept für Lidocain oder Benzocain?
Für die äußerliche Anwendung dürfen beide Wirkstoffe ohne Verschreibung abgegeben werden, solange keine gefäßverengenden Zusätze enthalten sind. In Kosmetikprodukten sind sie dagegen verboten. Achten Sie deshalb beim Kauf auf eine klare Angabe von Wirkstoff und Konzentration.
Was tue ich bei Schwindel oder Herzrasen nach dem Auftragen?
Sitzung sofort abbrechen, das Produkt gründlich mit Wasser und Seife abwaschen und sich hinsetzen oder hinlegen. Bei Atemnot, Krampfanfällen, Verwirrtheit oder unregelmäßigem Herzschlag wählen Sie die 112. Leichtere, aber anhaltende Beschwerden klären Sie zeitnah in der Arztpraxis.
Quellen
- Altmeyers Enzyklopädie: Lokalanästhetika
- MedLexi: Benzocain, Wirkung, Anwendung und Risiken
- ABDA, Arzneimittelkommission: Lokalanästhetika-Zubereitungen für nichtmedizinische Zwecke
- BfR: Polidocanol in kosmetischen Mitteln
- Deutsches Ärzteblatt: Methämoglobinämie nach Lidocain-Prilocain-Creme
- gesund.bund.de: Nebenwirkungen von Arzneimitteln
- S2k-Leitlinie: Präparationen zur lokalen Anwendung auf der Haut
