Welches Lokalanästhetikum das „beste“ ist, hängt davon ab, wofür Sie es brauchen: Articain wirkt am schnellsten, Bupivacain am längsten, Lidocain gilt als Referenz, und Prilocain ist vor allem in Kombination mit Lidocain als Hautcreme verbreitet. Für Tattoo, Permanent Make-up und Laser zählt aber nicht der Wirkstoff aus dem Zahnarztstuhl, sondern die Frage, was auf intakter Haut ankommt und wie sicher es dort bleibt. Hier vergleichen wir die gängigen Wirkstoffe nach Wirkeintritt, Wirkdauer, Verträglichkeit und Risiko und zeigen, was davon für Ihre nächste Sitzung wirklich zählt.
Kurz gesagt
- Es gibt nicht das eine „stärkste“ Lokalanästhetikum: Wirkeintritt und Wirkstärke ergeben sich aus chemischen Eigenschaften wie pKa-Wert und Fettlöslichkeit.
- Lidocain ist der Vergleichsmaßstab, Articain wirkt am schnellsten (1 bis 2 Minuten), Bupivacain am längsten, setzt aber langsamer ein.
- Beim Tattoo und PMU wird fast immer oberflächlich betäubt. Die Hornschicht der Haut bremst die Aufnahme, Folienverbände beschleunigen sie, und damit auch das Risiko.
- Auf entzündeter oder gereizter Haut wirken Lokalanästhetika schlechter. Mehr Creme nachzulegen hilft dann nicht, sondern erhöht die Belastung für den Körper.
- Menge, Fläche und Einwirkzeit entscheiden über die Sicherheit, nicht die Prozentzahl allein.
Inhaltsverzeichnis
- Wie Lokalanästhetika wirken und was sie unterscheidet
- Die wichtigsten Wirkstoffe im direkten Vergleich
- Die drei Arten der Lokalanästhesie
- Oberflächenanästhesie auf der Haut: Was beim Tattoo anders ist
- Warum Betäubung auf entzündeter Haut versagt
- Sicherheit: Menge, Fläche und Einwirkzeit
- Rechtliche Lage in Deutschland
- Unsere Einschätzung aus der Studiopraxis
- Das passende Produkt für Ihre Sitzung
- Häufige Fragen
- Quellen
Wie Lokalanästhetika wirken und was sie unterscheidet
Alle Lokalanästhetika arbeiten nach demselben Prinzip: Sie blockieren vorübergehend die Natriumkanäle in der Membran der Nervenfasern. Ohne Natriumeinstrom kann der Nerv kein Signal weiterleiten, und der Schmerzreiz kommt nicht im Gehirn an. Lässt die Wirkung nach, funktioniert der Nerv wieder normal.
Der Aufbau ist bei allen Wirkstoffen ähnlich. Laut einer pharmakologischen Übersichtsarbeit zu Lokalanästhetika bestehen sie aus drei Bausteinen: einem fettlöslichen aromatischen Ring, einer Zwischenkette und einer Aminogruppe. Die Zwischenkette teilt die Wirkstoffe in zwei Familien:
- Ester-Typ: zum Beispiel Benzocain, Procain und Tetracain.
- Amid-Typ: zum Beispiel Lidocain, Prilocain, Articain, Mepivacain und Bupivacain.
Die Familie ist mehr als Chemie-Trivia. Amide gelten als stabiler und lösen seltener allergische Reaktionen aus als Ester. Ester werden dagegen, so die Wirkstoffgruppen-Übersicht der Gelben Liste, schnell durch Enzyme im Blutplasma abgebaut, was zu einer kürzeren Wirkdauer führt.
Innerhalb einer Familie entscheiden drei Eigenschaften über das Verhalten eines Wirkstoffs:
- pKa-Wert: Er bestimmt, welcher Anteil des Moleküls beim Gewebe-pH von etwa 7,4 in der ungeladenen, membrangängigen Form vorliegt. Je näher der pKa an 7,4 liegt, desto schneller setzt die Wirkung in der Regel ein. In der Übersichtsarbeit im Journal of Oral and Maxillofacial Anesthesia werden Werte von 7,7 für Lidocain, 7,8 für Articain und 8,1 für Bupivacain genannt.
- Fettlöslichkeit: Je lipophiler ein Wirkstoff, desto leichter dringt er in die Nervenmembran ein und desto stärker wirkt er. Bupivacain ist sehr fettlöslich und reicht deshalb schon in einer niedrigen Konzentration von 0,5 % aus.
- Proteinbindung und Durchblutung: Sie beeinflussen, wie lange der Wirkstoff am Wirkort bleibt, bevor er abtransportiert wird. Gefäßverengende Zusätze wie Adrenalin verlangsamen diesen Abtransport und verlängern so die Wirkung bei Injektionen.
Die wichtigsten Wirkstoffe im direkten Vergleich
Die folgende Übersicht fasst zusammen, was die zitierten Fachquellen zu den gängigen Wirkstoffen sagen. Die Werte für Wirkeintritt und Wirkdauer stammen aus der Zahnmedizin, also aus Injektionen. Auf der Haut verlaufen Aufnahme und Wirkung deutlich langsamer.
| Wirkstoff | Familie | Charakter | Typischer Einsatz | Worauf achten |
|---|---|---|---|---|
| Lidocain | Amid | Referenzwirkstoff, mittlere Wirkdauer | Injektion, Creme, Gel, Spray | Systemische Nebenwirkungen bei großen Mengen |
| Prilocain | Amid | ähnlich stark wie Lidocain | Injektion, in Kombination mit Lidocain als Hautcreme | Kann Methämoglobinämie auslösen |
| Articain | Amid | schnellster Wirkeintritt (1 bis 2 Min.) | Zahnmedizin | Kein Wirkstoff für die Haut im Alltag |
| Mepivacain | Amid | mittellang wirksam | Injektion | Nur ärztliche Anwendung |
| Bupivacain | Amid | sehr lang wirksam, langsamer Eintritt (6 bis 10 Min.) | Regionalanästhesie | Überdosierung belastet das Herz |
| Benzocain | Ester | Oberflächenwirkung | Lutschtabletten, Schleimhaut | Allergien häufiger als bei Amiden |
| Tetracain | Ester | potente Oberflächenwirkung | Schleimhaut, Augenheilkunde | Rascher Abbau, kurze Wirkdauer |
Was ist der Unterschied zwischen Articain und Lidocain?
Beide sind Amide, beide werden in der Zahnarztpraxis gespritzt. Die Übersichtsarbeit zu Lokalanästhetika in der Zahnmedizin aus dem Jahr 2025 beschreibt Lidocain weiterhin als Referenzstandard, während Articain den schnellsten Wirkeintritt von 1 bis 2 Minuten zeigt und besser durch Knochen dringt. Das macht Articain beim Zahnarzt beliebt, sagt aber nichts über die Anwendung auf der Haut aus. Für Tattoo und PMU spielt Articain praktisch keine Rolle.
Was ist stärker als Lidocain?
„Stärker“ kann zweierlei heißen: wirksamer pro Milligramm oder länger anhaltend. Bupivacain ist beides und wirkt laut derselben Übersicht im Weichgewebe bis zu 12 Stunden, bezahlt das aber mit einem langsameren Wirkeintritt von 6 bis 10 Minuten. In der Anästhesiologie gilt es zudem als der Wirkstoff, bei dem Überdosierungen das Herz besonders stark belasten können. Ein stärkerer Wirkstoff ist also nicht automatisch der bessere, schon gar nicht für eine Anwendung außerhalb der Arztpraxis.
Die drei Arten der Lokalanästhesie
Fachlich unterscheidet man drei Wege, um eine Körperstelle zu betäuben. Die pharmakologische Übersicht und die Lehrbücher teilen sie so ein:
- Infiltrationsanästhesie: Der Wirkstoff wird direkt ins Gewebe nahe den Nervenenden gespritzt, etwa bei einer kleinen Hautoperation.
- Oberflächenanästhesie: Creme, Gel oder Spray wird auf Haut oder Schleimhaut aufgetragen und betäubt die oberflächlichen Nervenendigungen.
- Leitungs- oder Regionalanästhesie: Ein größerer Nervenstamm wird gezielt blockiert, etwa beim Zahnarzt im Unterkiefer oder bei einer Operation am Arm.
Injektionen gehören in ärztliche oder zahnärztliche Hände. Tattoo-Studios und PMU-Spezialistinnen arbeiten mit der zweiten Variante, der Oberflächenanästhesie. Genau hier gelten andere Regeln als bei den Zahlen aus der Tabelle.
Oberflächenanästhesie auf der Haut: Was beim Tattoo anders ist
Die Haut ist eine Barriere, und das ist ihr Job. Die äußerste Schicht, die Hornschicht, hält Wasser drinnen und Fremdstoffe draußen. Ein Wirkstoff, der auf die Haut aufgetragen wird, muss sie erst durchdringen, bevor er die Nervenendigungen in der Lederhaut erreicht. Deshalb brauchen Cremes Einwirkzeit, während eine Spritze nach Minuten wirkt.

Eine bekannte Lösung für dieses Problem ist die sogenannte eutektische Mischung aus Lidocain und Prilocain. Laut dem Beitrag im Deutschen Ärzteblatt liegt dieses Gemisch bei Raumtemperatur als Öl vor, was die Aufnahme in die Haut erleichtert. Eine klassische Lidocain-Prilocain-Creme enthält, wie der Bewertungsbericht der Europäischen Arzneimittel-Agentur beschreibt, je 2,5 % beider Wirkstoffe.
Zwei Dinge beschleunigen die Aufnahme zusätzlich:
- Folie (Okklusion): Ein Frischhaltefolien-Verband hält die Haut feucht und weicht die Hornschicht auf. Das verbessert die Betäubung, erhöht aber auch deutlich die Menge, die ins Blut gelangt.
- Vorgeschädigte Haut: Wenn die Haut durch die Nadel bereits geöffnet ist, fällt die Barriere weg. Was auf geöffnete Haut aufgetragen wird, wird viel schneller aufgenommen als auf intakter Haut.
Deshalb ist der Zeitpunkt so wichtig: Eine Creme ist für die Vorbereitung intakter Haut gedacht, ein Gel oder Spray kommt bei Bedarf während der Sitzung zum Einsatz, und zwar sparsam. Wie Sie Creme und Folie im Detail richtig einsetzen, haben wir in unserer Anleitung zum Auftragen der Betäubungscreme vor dem Tattoo beschrieben. Wie lange die Wirkung typischerweise hält und wie Sie Sitzungen danach planen, lesen Sie im Beitrag zur Wirkdauer von Betäubungscreme.
Warum Betäubung auf entzündeter Haut versagt
Diese Frage taucht in jedem Studio irgendwann auf: Warum wirkt die Creme beim einen Kunden hervorragend und beim nächsten kaum? Ein oft übersehener Grund ist der pH-Wert des Gewebes.
Lokalanästhetika brauchen ein annähernd neutrales Umfeld um pH 7,4, damit genügend Moleküle in der ungeladenen, fettlöslichen Form vorliegen und die Nervenmembran passieren können. In entzündetem oder infiziertem Gewebe sinkt der pH-Wert. Die Übersicht im Journal of Oral and Maxillofacial Anesthesia nennt Werte um 5,2. Im sauren Milieu liegt ein größerer Teil des Wirkstoffs geladen und wasserlöslich vor, er bleibt außerhalb des Nervs, und die Betäubung fällt schwach aus.
Für die Praxis heißt das:
- Nicht auf entzündete Haut tätowieren: Pickel, frische Sonnenbrände, gereizte oder infizierte Stellen sind kein Fall für mehr Creme, sondern für einen neuen Termin.
- Nicht nachlegen, nur weil es nicht wirkt: Mehr Wirkstoff ändert den pH-Wert nicht, erhöht aber die Menge, die in den Kreislauf gelangt.
- Hauterkrankungen ärztlich abklären: Bei Akne, Neurodermitis oder Schuppenflechte im Tattoo-Bereich sprechen Sie vorab mit Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt.
Wer zu unreiner Haut neigt, findet Hinweise in unserem Beitrag zu Betäubungscreme bei Aknehaut.
Sicherheit: Menge, Fläche und Einwirkzeit
„Nur auf der Haut“ heißt nicht „harmlos“. Das betont die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft im Ärzteblatt-Beitrag zu Lidocain-Prilocain-Cremes: Dort sind schwere Komplikationen bis hin zum Koma dokumentiert, nachdem 90 bis 120 Gramm Creme verwendet wurden oder die Creme zu lange einwirkte. Hohe Blutspiegel können Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen und Atemprobleme auslösen.
Methämoglobinämie: das besondere Risiko von Prilocain
Prilocain wird in der Leber unter anderem zu o-Toluidin abgebaut, das den roten Blutfarbstoff oxidiert. Das so entstehende Methämoglobin kann keinen Sauerstoff mehr transportieren. Die AMBOSS-Übersicht zu Lokalanästhetika beschreibt einen Anstieg des Met-Hb-Anteils auf bis zu 15 %. Laut Ärzteblatt liegen normale Werte bei 0 bis 1 %, ab 10 bis 20 % färben sich Lippen und Haut bräunlich-bläulich, über 70 % wird es lebensbedrohlich. Das DocCheck Flexikon nennt als Auslöser vor allem exzessive Dosierung, wiederholte Anwendung auf großen Hautarealen und längere Einwirkzeiten als empfohlen.

Tückisch: Ein normales Pulsoximeter am Finger zeigt bei Methämoglobinämie oft falsch hohe Werte. Wer nach einer Sitzung bläuliche oder gräuliche Lippen, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrasen oder Atemnot bemerkt, ruft den Notruf 112 und sagt dazu, welche Creme in welcher Menge verwendet wurde.
Wie viel ist zu viel?
Eine feste Grammzahl für Tattoos gibt es nicht, weil Hersteller, Wirkstoffgehalt und Hautzustand variieren. Zur Orientierung: Für eine zugelassene Lidocain-Prilocain-Creme nennt die EMA bei Erwachsenen vor einer Laser-Haarentfernung großer Flächen höchstens 60 Gramm bei 1 bis 5 Stunden Einwirkzeit, und das in einem ärztlich kontrollierten Rahmen. Für Kinder gelten deutlich strengere Grenzen, an die die AkdÄ in ihrer Drug Safety Mail ausdrücklich erinnert.
Unsere Faustregeln für Studios und Kunden:
- Nur die Fläche eincremen, die in dieser Sitzung tatsächlich gestochen wird.
- Die Einwirkzeit aus der Packungsbeilage einhalten und nicht „sicherheitshalber“ verlängern.
- Ganzkörper- oder großflächige Sitzungen auf mehrere Termine verteilen.
- Bei Herzerkrankungen, Lebererkrankungen, in der Schwangerschaft, unter Medikamenten oder bei bekannter Unverträglichkeit gegen Amid-Lokalanästhetika vorher die Hausärztin oder den Hausarzt fragen.
- Im Studio jede Anwendung mit Produkt, Menge, Fläche und Uhrzeit festhalten.
Mehr zu möglichen Reaktionen lesen Sie in unserem Beitrag über Nebenwirkungen von Betäubungscreme. Für Profis haben wir eine Vorlage, wie Sie Betäubungscreme im Studio sicher anwenden und protokollieren.
Vorsicht am Auge: PMU an Lidstrich und Wimpernkranz
Beim Permanent Make-up am Auge kann Wirkstoff in den Bindehautsack gelangen und die Hornhaut betäuben. Damit fällt der Lidschlussreflex weg, der das Auge sonst vor Kratzern, Chemikalien und Austrocknung schützt. Arbeiten Sie nah am Lidrand nur mit Produkten, die dafür ausdrücklich vorgesehen sind, und vermeiden Sie jeden Kontakt mit der Schleimhaut. Brennt oder rötet sich das Auge danach, gehört es in die augenärztliche Notaufnahme. Welche Besonderheiten bei Augenbrauen und Microblading gelten, zeigt unser Beitrag zu PMU-Betäubungscreme und Microblading.
Rechtliche Lage in Deutschland
Welche Wirkstoffe und Zubereitungen nur auf Rezept abgegeben werden dürfen, regelt die Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV). Ihre Anlage 1 listet die Stoffe alphabetisch auf, und bei vielen Lokalanästhetika hängt die Einstufung von Darreichungsform, Konzentration und Anwendungsgebiet ab. Es kommt also immer auf das konkrete Produkt an.
Dass hier Vorsicht geboten ist, zeigt eine ältere Warnung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände: Laut ABDA wurden in Apotheken für nichtmedizinische Zwecke teilweise 20-prozentige Lidocainlösungen in Mengen bis zu einem Liter nachgefragt, eine Konzentration ohne medizinische Grundlage. Wer selbst mischt oder Rezepturen aus unklaren Quellen kauft, weiß nicht, was er aufträgt.
Unsere Einschätzung aus der Studiopraxis
Wir verkaufen Betäubungscremes, Sprays und Gels für Tattoo, PMU und Laser, und wir sagen unseren Kundinnen und Kunden trotzdem jeden Tag: Der Wirkstoffvergleich aus dem Pharmakologie-Lehrbuch ist für Ihre Sitzung nur die halbe Wahrheit. Ob ein Produkt gut wirkt, entscheidet sich auf der Haut, nicht in der Tabelle.
In der Praxis sehen wir drei Fehler immer wieder. Erstens wird auf gereizter oder frisch rasierter Haut gearbeitet und die schwache Wirkung dann mit mehr Creme „korrigiert“. Zweitens wird die Folie zu lange draufgelassen, weil „länger ja besser wirkt“. Drittens wird eine große Fläche auf einmal eingecremt, obwohl in der Sitzung nur ein Teil gestochen wird. Alle drei erhöhen die Belastung, ohne die Betäubung zu verbessern.
Deshalb setzen wir auf unterschiedliche Wirkstärken und Formen, damit Sie für die Aufgabe das passende Produkt wählen können, statt mit einer Creme alles erschlagen zu wollen: Creme zur Vorbereitung intakter Haut, Gel und Spray für die Sitzung selbst. Unsere Cremes sind wasserbasiert und beeinträchtigen die Heilung des Tattoos nicht, und wir erklären die Anwendung für jedes Produkt Schritt für Schritt. Unser Rat: weniger Fläche, korrekte Einwirkzeit, gesunde Haut. Dann braucht es selten die stärkste Variante.
— mamradkerky
Das passende Produkt für Ihre Sitzung
Sie haben Ihren Termin und wollen vorbereitet sein? In unserem Sortiment an Betäubungscremes, Sprays und Gels finden Sie Produkte in verschiedenen Wirkstärken für Tattoo, PMU und kosmetische Behandlungen. Für die Sitzung selbst eignen sich das TKTX Betäubungsspray und das TKTX Betäubungsgel, jeweils ab 17,90 €. Zur Pflege danach gibt es die Natürliche Tattoo Butter für 9,90 €.
Wir garantieren 100 % Originalware, liefern in 2 bis 3 Werktagen und versenden ab 49 € kostenlos. Wenn es eilt, können Sie für 3 € die bevorzugte Bestellbearbeitung dazubuchen.
Häufige Fragen
Welche drei Arten von Lokalanästhesie gibt es?
Man unterscheidet die Infiltrationsanästhesie (Spritze ins Gewebe), die Oberflächenanästhesie (Creme, Gel oder Spray auf Haut oder Schleimhaut) und die Leitungs- oder Regionalanästhesie (Blockade eines größeren Nervs). Beim Tattoo und PMU wird ausschließlich oberflächlich betäubt. Injektionen sind Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Warum wirken Lokalanästhetika nicht bei Entzündungen?
Entzündetes Gewebe ist saurer als gesundes. Im sauren Milieu liegt mehr Wirkstoff in geladener Form vor und kann nicht in den Nerv eindringen. Mehr Creme behebt das nicht, sondern erhöht nur das Risiko von Nebenwirkungen. Deshalb wird auf entzündeter Haut nicht tätowiert.
Ist Lidocain oder Prilocain besser für die Haut?
Beide sind Amide mit ähnlicher Wirkstärke und werden in Hautcremes oft kombiniert, weil die Mischung leichter in die Haut eindringt. Prilocain kann in hohen Mengen eine Methämoglobinämie auslösen. Entscheidend sind deshalb Menge, Fläche und Einwirkzeit laut Packungsbeilage.
Hilft eine höhere Konzentration besser gegen Tattoo-Schmerzen?
Nicht zwingend. Wie gut ein Produkt wirkt, hängt stark von Hautzustand, Einwirkzeit und richtiger Anwendung ab, während das Risiko mit Menge und Fläche steigt. Wählen Sie die Wirkstärke passend zu Körperstelle und Sitzungsdauer und halten Sie sich an die Anleitung.
Quellen
- Becker & Reed: Local Anesthetics, Review of Pharmacological Considerations (PMC)
- Rodrigues et al.: A narrative review on local anesthetics in dentistry (JOMA, 2025)
- Gelbe Liste: Wirkstoffgruppe Lokalanästhetika
- Deutsches Ärzteblatt: Methämoglobinämie nach Lidocain-Prilocain-Creme
- EMA: Bewertungsbericht zur Lidocain-Prilocain-Creme (Artikel-30-Verfahren)
- AMBOSS: Lokalanästhetika
- DocCheck Flexikon: Lidocain
- AkdÄ: Drug Safety Mail 2020-30
- Gesetze im Internet: Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV)
- Gesetze im Internet: Anlage 1 AMVV
- ABDA: Lokalanästhetika-Zubereitungen für nichtmedizinische Zwecke
